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Denkwürdige Traumtage

Die Eggentaler Herbst Classic 2020 war in jeglicher Hinsicht besonders. Besonders schön. Besonders außergewöhnlich. Und besonders freundschaftlich. Hier lassen wir die vier Tage Revue passieren.

 

Morgen wummern die Motoren. Es geht endlich los!

Mittwoch, 7. Oktober 2020

An 2020 werden wir wahrscheinlich alle lange zurückdenken. An ein Jahr, in dem vieles anders ist, vieles abgesagt wurde. „Die Eggentaler Herbst Classic findet statt“, prophezeite Organisator Klaus Pichler schon im Frühjahr – und er behielt Recht. Mit Mund-Nasenschutz zwar etwas ungewohnt. Und mit Corona-Schnelltests vor dem Einchecken. Alles, um Teilnehmer, Personal und Umfeld der Oldtimer-Rallye in den Dolomiten zu schützen. Und mit einem Hoffnung machenden Dr. Christian Thuile, der für das EHC-Testcenter verantwortlich ist: „In absehbarer Zeit werden diese Tests das Corona-Problem lösen helfen“.

Alle Tests am Mittwoch waren negativ, was zu einer äußerst positiven Stimmung am ersten Tag beitrug. „Die Menschen hier in Südtirol und Italien passen ohnehin besser auf sich auf als bei uns zu Hause“, sagen etwa Pierre Gerber und Alice Leuenberger aus der Schweiz. Und auch Michaela und Jürgen Blatter aus dem Schwarzwald bestätigen das: „Hier halten die Leute Abstand, tragen Maske – es gibt hier ein ganz anderes Bewusstsein als in Deutschland.“ Distanziert ist die Atmosphäre unter den Teilnehmern deswegen aber noch lange nicht.

Im Gegenteil: Viele kennen sich, freuen sich auf gemeinsame und unbeschwerte Tage. Und Streckenchef Karlheinz Schott, der bei der ungewzungenen Fragerunde vor dem Abendessen schon mal ordentlich gelöchert wurde, verspricht wieder ganz besondere Rallye-Schmankerln für die nächsten drei Tage – und vor allem gutes Wetter. Und er freut sich darüber, dass die guten Nachrichten aus dem Testcenter eine lockere, aber trotzdem verantwortungsvolle Veranstaltung ermöglichen werden: „Weil alle getestet wurden, hat man richtig gemerkt, dass es keine Vorbehalte und Ängste unter den Teilnehmern gibt.“ Das Wichtigste an diesem Tag aber ist: Das Warten hat ein Ende. Morgen wummern die Motoren. Es geht endlich los!

Eitel Sonnenschein – fast schon eine Selbstverständlichkeit!

Donnerstag, 8. Oktober 2020

„Wir freuen uns, dass es endlich los geht!“ Die Laune von Nicole und Christoph Weiland mit der Startnummer 15 konnte prächtiger nicht sein. Ebenso wie das Wetter. Aber irgendwie gehört eitel Sonnenschein bei der Eggentaler Herbst Classic ja fast schon zur Selbstverständlichkeit. Beim Start in Deutschnofen vor der majestätischen Kulisse des Rosengartens blies Daniel Wenk, Beifahrer von Beat Voellmy, traditionell das Jagdhorn, die Motoren wummerten mit Macht, um zu zeigen: Wir sind dieses Jahr hier – allen Umständen zum Trotz. „Die Stimmung ist super, das Wetter ist super, besser kann’s ja überhaupt nicht sein“, sagte Ute Müller voller Euphorie – und studierte das Roadbook auf ihrer Motorhaube: „So langsam wird’s ja Zeit, dass ich da mal reinschaue.“

Auf „jede Menge Spaß, gute Kulinarik und gute Leute“ freut sich Peter Schmid, als er entspannt die letzten Vorbereitungen an seinem Triumpf Sptifire GT 6 trifft. Traditionell fährt bei ihm und seiner Frau Andrea der zuckersüße Hund Bonnie mit – aber der musste kurz vor dem Start nochmal schnell Gassi. Und Thomas Wünsche, der das zweite Mal am Start bei der EHC ist freut sich auf eine „tolle und spektakuläre Streckenführung und, „dass wir wieder Leute treffen, die wir letztes Jahr kennengelernt haben“.

Tag eins hat schon mal einen Vorgeschmack auf die nächsten Tage gegeben. Sonne satt. Traumhaftes Panorama und einen „heimlichen“ Stopp vor der Tscheiner Hütte unter dem Rosengarten. Mancher Teilnehmer genehmigte sich dort ein kleines Gläschen Weißwein vor der Rückfahrt über den Karersee nach Deutschnofen. Ganz untypisch beim Bierchen allerdings stießen zurück im Ganischgerhof Matthias Targa und Klaus Thalmann vom Sponsor Schreckbichl an, die berufsmäßig eigentlich mit ziemlich guten Weinen zu tun haben. Als Einheimische kennen sie die Vorzüge der Region, sind dafür aber umso trauriger, dass sie morgen das Steuer schon wieder abgeben müssen. In der Kellerei Schreckbichl gibt es nämlich viele Rallyeverrückte, die sich während der EHC ein Auto teilen müssen. „Wenn die Sonne scheint und die Autos halten bis zum Schluss, wird das wieder ein tolles Ereignis“, sagt Roland Antholzer, ein Freund von Organisator Klaus Pichler, der bislang bei jeder EHC dabei war. Und Klaus? Strahlte auch voller Zufriedenheit, bevor er es sich beim Abendessen während des Tiroler Abends im Ganischgerhof gut gehen ließ: „Ein sehr, sehr schöner Tag“, bilanzierte er und verspricht einen noch schöneren am Freitag. Die Messlatte dafür hat er sich selbst schon mal ganz schön hoch gelegt.

Die Qual der Wahl für Fotografen

Freitag, 9. Oktober 2020

Wir gehen einfach mal davon aus, dass Streckenchef Karlheinz Schott das Drehbuch des zweiten EHC-Tages genau so geschrieben hat. Minuten, bevor die ersten Autos den malerischen Karersee passierten, mogelte sich die Sonne zwischen Rosengarten und Latemar durch und tauchte die Straßen dort in ein prächtiges Morgenlicht. Und damit entstand auch gleich die größte Frage des Tages für alle, die eine Kamera dabeihatten – ganz egal ob im Handy oder im professionellen Fotorucksack: Wo halte ich eigentlich an, um zu fotografieren? Es wartete einfach hinter jeder Kurve ein spekatkulärer Fotospot.

Spätestens am Fedaia-Stausee entschied die Abstimmung mit dem Gaspedal – oder in diesem Fall mit dem Bremspedal –, welches der beliebteste Selfiespot des Tages war. Das Auto im Vordergrund, die mächtige Marmolada im Hintergrund, dazwischen der malerische See. So viel Zeit musste sein, auch wenn die lange Runde über Karerpass, Feidaia-Pass, Passo di Cereda, Passo Rolle und Passo di Lavazè nicht allzu viel Zeit zum Trödeln ließ. „Mit unserem Auto sind wir ja ein wenig langsamer unterwegs und können deshalb nicht so oft anhalten“, sagt Stefan Flohr, der in den unzähligen Kurven mit seinem Fiat 500 „Go-Kart-Feeling pur“ genoss. Seine Frau und Beifahrerin Angelika nutzte dabei, die Zeit, aus dem Dach raus Fotos zu schießen, es sei denn sie musste Stefan durch die Prüfungen dirigieren.

Wolfgang Gallmetzer feiert im Gegensatz zu den Flohrs Premiere bei der Eggentaler Herbst Classic. Sich von seiner Beifahrerin Elfriede Delvai dirigieren zu lassen, fiel ihm deswegen nicht ganz so leicht. „Im Auto ist es einfach dauernd zu laut“, sagt er lachend – und lässt dabei offen, ob das am Motorengeräusch oder anderen Begleitumständen liegt.

„Bei den Prüfungen können wir vielleicht noch etwas besser werden“, sagt auch Thomas Dänzel, aber er freut sich, „dass das Maschinchen“ seines Jaguar E-Type „gut läuft“. Überhaupt hat er, der das zweite Mal dabei ist, ein dickes Grinsen im Gesicht wegen eines absoluten Traumtags. „Tolle Strecke – vor allem als es dann richtig warm wurde“, sagt auch Jürgen Strasser zum zweiten Rallyetag in den Dolomiten und reiht sich damit ein in die Begeisterungsstürme der Teilnehmer. „Grandios, ich weiß nicht, wie Klaus das immer so hinkriegt“, sagt Sascha Wilhelm, der sich zudem freute, mit seinem Ferrari Dino 308 GT4 zehn Minuten lang kein Auto vor sich zu haben.

Hört sich alles so an, als ob’s so wirklich gar kein Wermutströpfchen gäb. Wer allerdings aufmerksam zuschaute, merkte schon, dass der eine oder anderer Rücken bereits ein wenig geplagt war – von engen Serpentinen, hart abgestimmten Fahrwerken und sportlichen Sitzen. Ganischgerhof-Seniorchef Walter Pichler zum Beispiel stieg genau wie sein Beifahrer Franco Bozzetta nach dem Mittagessen in den Porsche Speedster ein, indem er sich über die Rückenlehne elegant abrutschen ließ. „Einsteigen geht noch gut“, lachte Walter. „Nur Aussteigen nicht mehr“. Und brauste unter lautem Getöse auf den Passo Rolle davon.

Fahrt über den Roten Teppich

Samstag, 10. Oktober 2020

„Wir haben gedacht, dass es heut schneit“, begründete Magda Pardeller, warum aus dem Alfa Romeo von ihr und ihrer Beifahrerin Michaela Amplatz zwei Paar historische Ski herausragten. Dabei müssten es die beiden als Einheimische, die schon das zwölfte Mal bei der Eggentaler Herbst Classic am Start waren, eigentlich besser wissen: Während der EHC gehört Sonnenschein eigentlich fast schon zu den garantierten Rahmenbedingungen. Oben auf dem Penser Joch lag zwar schon merklich Schnee neben den Straßen – aber die Sonne strahlte mit den Teilnehmern um die Wette. Und das, obwohl die angekündigte Schlechtwetterfront einige Sorgenfalten auf die Gesichter der Organisatoren brachte. „Morgens mitnehmen was geht“, war zum Beispiel die Devise in der Fotografenbesprechung am Vorabend. Völlig für die Katz am Ende. Denn bis zum Concours d’Élegance in Deutschnofen am späten Nachmittag lachte die Sonne fast ungehindert vom Himmel.

Kaiserwetter gab’s deshalb nicht nur auf dem Penser Joch, sondern auch in Sterzing. Ein etwas humorloser Einheimischer meckerte zwar darüber, dass plötzlich Autos durch die Fußgängerzone fuhren, der prächtigen Laune der Teilnehmer und der vielen Zuschauer in Sterzing tat dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil – die Fahrt über den Roten Teppich mitsamt Schlauchprüfung vor dem Wahrzeichen der Stadt, dem Zwölferturm, war definitiv eines der Highlights der drei Rallyetage in Südtirol und den Dolomiten.

Wer nach dem Traumtag am Freitag dachte, es gäbe keine Steigerung mehr, wurde am Schlusstag eines Besseren belehrt. Auf dem Penser Joch packte das Waldhorn-Team um Daniel Wenk und Beat Voellmy plötzlich ein Alphorn aus – ein Mordstrumm, das sich aber, weil es aus Carbon ist, einfach ineinander schieben und im Kofferraum verstauen lässt. Nach der spektakulären Stadtdurchfahrt in Sterzing pilgerte der Oldtimertross in den Wallfahrstort Maria Trens zur Mittagspause im Gasthof Post, um danach ganz weltlich beim Duschkabinenhersteller duka eine anspruchsvolle Prüfung auf dem weitläufigen Firmengelände abzuhalten.

Und natürlich gestaltete sich der Concours d’Élegance wie immer zum stilistischen Schaulaufen am Ende der Rallyetage. Sehen und gesehen werden, sportlicher Ehrgeiz und Entspanntheit, Freude und Humor trafen hier mal wieder aufeinander. „Und hier kommt die Nummer 94 – denen ist die Zeit nicht egal, sondern scheißegal“, sagte Moderator Michael Hagemann, der wie immer äußerst kompetent, aber auch mit viel Humor den Finaltag kommentierte.

Und genau diese Mischung aus guter Laune, Humor, Fachwissen und Teilnehmern, die es mehr oder weniger ernst nehmen, hat diese EHC wieder zu einem sensationellen Erlebnis gemacht. Mit „netten Menschen und lachenden Menschen“, wie Streckenchef Karlheinz Schott bei der Siegerehrung resümierte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte dann auch die Schlechtwetterfront das Penser Joch erwischt und innerhalb kürzester Zeit komplett eingeschneit.

Text und Fotos: Jens Vögele | 360°-Kommunikation

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